Tuffsteinmauer

Die Tuffsteinmauer

Eine Tuffsteinmauer ist eine gut Methode seltene, sowie heikle Alpine auf einfache Art im Freien zu kultivieren. Der größte Arbeitsaufwand besteht noch im Bau der Mauer und in der Beschaffung der Kalktuffsteine. Bestimmt werden wir beim ausprobieren seltener Arten auf der Kalktuffsteinmauer noch einige positive Überraschungen erleben.

15 Jahre altes Prachtexemplar von Ramonda myconii

15 Jahre altes Prachtexemplar von Ramonda myconii

Alpine auf Tuffsteinkultur

Mit dem Bau einer Tuffsteinmauer oder der Bepflanzung eines größeren Kalktuffsteines haben wir die Voraussetzungen geschaffen auch Alpinhauspflanzen und anspruchsvolle Alpine im Freien kultivieren zu können. Der Vorteil dabei ist die optimale Luftbewegung und das kühlende Kleinklima des Steines. Durch die poröse Oberfläche kühlt der Stein an heißen Tagen durch die Verdunstung. Optimal ist es, wenn wir beim Bau verschiedene Pflanzplätze geschaffen haben, die zusätzlich noch durch einen darüberstehenden Stein von oben Nässegeschütz sind. Hier ist es uns möglich auch anspruchsvolle alpine Pflanzen im Freiland zu kultivieren.

Anspruchsvolle Alpine für besonder Standorte

Androsace - Mannsschild und Dionysia - Dionysie

Besonders schön entwickeln sich die Polster von Androsace cylindrica, Androsace pubescens, Androsace hirtella und deren Hybriden zu dichten bis ca. 15 cm großen Polstern die im Frühling vollständig von Blüten überdeckt sind. Eine Selbstaussaat findet auch statt, sofern die Samen in einer Ritze oder einem kleinen Loch zu liegen kommen und nicht vollständig herunterfallen. Auch eine neuere eingeführte Art, Androsace tangulashanensis für die eine Kultur auf Silkatgestein in der Literatur zu finden ist entwickelt sich hier zu fantastischen, dichten Polster mit reicher Blüte. An der gleichen Stelle, etwas Nässegeschützt haben sich Dionysia aretioides, Dionysia curviflora, Dionysia tapetodes, Dionysia iranshanica und Dionysia x ’Monika’ zu feinsten Polstern entwickelt. Kurze Bennässung der Polster durch treibenden Regen bei Wind oder Bewässerung schadet hierbei den Pflanzen nicht.

Ein Kleinod: Physoplexix comosa - Teufelskralle

Selbstaussat konnten wir auch von Physoplexix comosa feststellen, die sich zu prächtigen Pflanzen entwickelt. Hiervon sind drei Typen verbreitet. Ein grünblättriger, unbehaarter der am Besten absonnig gedeiht. Ein Typ vom Valle Vallarsa  mit bereiften, haarigen und sukkulent wirkenden Blättern von festerer Substanz sowie eine blaugrün beblätterte ebenfalls meist sonnig wachsende Form.

Geringer Schneckendruck

Empfindlichere Campanula-Arten kultivierten sich ebenso mit Erfolg .Zudem kommt bei einer mannshohen Mauer noch dazu das Schnecken die über Tag abtrocknenden Steine nicht so gerne erklimmen und die Pflanzen nicht so stark dem Schneckendruck ausgesetzt sind wie bei einem bodengleichen Schotterbeet. Campanula topaliana ssp. delphica, eine stark behaarte Art aus Griechenland steht seit etlichen Jahren neben Physoplexis, wie die etwas halbschattige Stellen bevorzugte Campanula rupicola, die möglichst in einer Höhlung oder einen überhängenden Stein stehen sollte. Die oft als kurzlebige beschrieben Campanula fragilis entwickelt sich hier sehr üppig. Die Freude über die hier gutwachsende Campanula fragilis währte aber nicht lange.

Der Grund war die Selbstaussaat, die mit der Zeit unerträglich wurde. Auf dem Tuffstein keimten sie an allen nur möglichen Stellen in großer Zahl und das Entfernen aus den kleinsten Ritzen ist äußerst mühsam. Hier sollte man die Pflanzen vor Samenansatz zurückschneiden oder darauf verzichten. Dies trifft auch für Campanula garganica zu. Ebenso invasiv entwickelt sich Erinus alpinus, der  sich im normalen Steingarten  gut versamt.

Fortsetzung folgt demnächst.

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